• Margit Hruska

Step by Step zur echten Naturseife

Eine echte Naturseife besteht aus rein natürlichen Rohstoffen. Ist milder und sanfter zur Haut als herkömmliche Reinigungsmittel und fühlen sich spürbar anders an auf der Haut.




Pflanzliche Naturseifen sind milder und sanfter als herkömmliche industrielle Reinigungsmittel. Jedoch können diese zu Anfang ein „stumpfes“ Gefühl auf der Haut erzeugen, bis sich die Haut wieder an eine natürliche Regeneration gewöhnt hat. Vermehrt kann es in der Anfangsphase zu einem spannenden und austrockneten Hautgefühl kommen. Mit der richten Pflegecreme nach der Seifenreinigung, ist diese Übergangsphase schnell überstanden.


Wenn Sie Ihre Haut mit einer echten und natürlichen Seife reinigen, sollten Sie danach nicht wieder Ihre Haut mit chemischen und synthetischen Produkten eincremen. Viele dieser Produkte schließen die Haut „luftdicht“ ab und es bildet sich eine Art Vakuum bzw. Hitzestau unter der Haut. Die Hautzellen können nicht mehr atmen und eine Vermehrung von Keimen und Bakterien wird begünstigt. Schlackenstoffe unseres Körpers, Schweiß und Hautfett können nicht mehr austreten und verstopfen dadurch die Poren – Pickel und Mitesser können entstehen. Die Verdunstung und somit auch die "Kühlung der Haut" funktioniert nicht mehr. Couperose kann entstehen, da die Blutgefäße permanent erweitert werden. Durch die gestaute Wärme verdunstet die Feuchtigkeit der Haut schneller. Der Feuchtigkeitshaushalt der Haut wird gestört. Es entsteht ein ständig angespanntes und ausgetrocknetes Gefühl. Dies verleitet dazu, nur noch mehr von diesen chemischen Produkten auf die Haut zu „schmieren“.



Der wertvolle Bestandteil Glycerin


Die Herstellung von Seifen in wirklicher Handarbeit, ohne Geräte, ist ein langwieriger Prozess, den nur wenige Seifensieder wirklich noch nachgehen. Für die Industrie ist diese Art der Seifenherstellung zu aufwendig und mit einer langen „Reifezeit“ nicht rentabel.


"Doch bildet sich in der echten Seife während des Verseifungsprozesses der wertvolle Rohstoff Glycerin."

Glycerin ist ein hochwertiger Bestandteil, welcher ein sehr gut verträglicher und extrem hautpflegender Wirkstoff in den Seifen ist. Glycerin hat die Fähigkeit, dass es als kleines Molekül tiefer in die Hautschicht eindringen kann und sich nicht so leicht abwaschen lässt. Es erhöht die Elastizität der Haut, macht sie geschmeidig weich, hat beruhigende Eigenschaften, schützt vor dem austrocknen und leistet einen Beitrag zur Regeneration der Hautbarriere. Das wertvolle Glycerin erfüllt vieles das eine natürliche echte Seife erfüllen muss.


Die Industrie entzieht aber gerade diesen extrem wertvollen Wirkstoff der Seife und verkauft diesen teuer an die Kosmetikindustrie oder anderen lukrativen Unternehmen. Eine industriell hergestellte Seife ist also nicht mehr das, das man unter einer wirklich hautpflegenden Seife versteht. Verständlich warum diese industriellen Seifen in Drogerien und Reformhäuser verkauft werden, zudem diese Billig-Seifen aus Mineralöl, synthetischen Rohstoffen und chemische Zusatzstoffe bestehen. Nur sehr selten findet man eine echte Naturseife in Drogerien und Reformhäuser.



Die Entstehung der echten Naturseife


Je nach Vorstellung und Absicht welche Wirkungsweise und Qualität die Seife haben soll, wird ein Seifenrezept erstellt. Den Anforderungen und Bedürfnisse der Haut entsprechend werden benötigte Rohstoffe zusammengestellt. Eine Seife besteht im groben Sinn aus Pflanzenölen, Fetten und Natronlauge (NaOH). Je nach Wunsch können beliebige Kräuter, feine Extrakte, kostbare ätherische Öle, verschieden farbige Ton- und Heilerde, natürliche Farbstoffe, Milch, Honig oder andere Zusätze beigemengt werden.


"Die Haptik und Schaumqualität einer echten Seife ist etwas ganz Besonderes."

Die Mischung aus Ölen und Fetten muss ausgewogen sein. Man muss auf das richtige Mischungsverhältnis von Fetten und Ölen 60:40 oder 50:50 achten. Verwendet man zu viel Pflanzenöl wird die Seife zu weich, ein hoher Anteil an Wirkstoffölen macht die Seife schneller ranzig, d.h. die Haltbarkeit verringert sich. Es gibt dunklere Öle und hellere. Olivenöl ist beispielsweise grünlicher als Sonnenblumenöl. Je heller das Pflanzenöl desto heller wird die Seife. Milchseifen erfordern mehr Fingerspitzengefühl und Erfahrung. Bei Milch-, Salz und Honigseifen sowie bei Seifen mit Extrakten (Alkohol) wird der Seifenleim gerne schnell heiß. Also sollte man sehr kalt arbeiten und achten, dass die Seife erst gar nicht in die Gelphase kommt. Um eine Überhitzung zu vermeiden, kann man die eine oder andere Form in den Kühlschrank stellen. Und auch so manch ein ätherisches Öl kann den Seifenleim schneller andicken lassen und andere wiederrum verzögern das Andicken. Sie sehen also, die Seifensiedekunst muss erlernt werden.


Schnelles Arbeiten und Schusseligkeit kann zu ernsten Verletzungen führen, vor allem wenn es um die Natronlauge geht. Hektik, Stress und Ungeduld können zu unerfreulichen Misserfolgen führen, sodass der ganze Seifenleim, das ganze Geld in den Müll geht. Unzureichende Grundkenntnisse, Berechnungsfehler, Wiegefehler und Ungenauigkeit können zu ernsthaften Verletzungen der Haut führen, denn Sie sehen ja nicht wie es im inneren des fertigen Seifenstücks aussieht.



Der Siedevorgang


Echte handgefertigte Naturseifen können in zwei Varianten gesiedet werden: im Kaltverfahren (Cold Process) oder im Heißverfahren (Over Heat Process). Das Kaltverfahren besagt nichts anderes, als das die Seife ohne weiteres Zutun gesiedet wird. Das Heißverfahren ist seit jeher die traditionelle Seifenherstellung. Hier geht man zu Anfang gleich vor wie im Kaltverfahren, jedoch „schupft“ man die Gelphase mit Hilfe von Hitze noch im Topf an. Die Gelphase wird erzwungen, sodass sich schneller Seifenkristalle bilden können und die Seifenmoleküle stabiler werden - quasi eine Schnellreifung. Viele titali Seifen werden noch im altbewährten Heißverfahren hergestellt.


"Erst der Verseifungsprozess bringt die Seife zum Schäumen."

Im Zuge des Verseifungsprozesses „durchlebt“ die Seife eine Gelphase, d.h. es entsteht eine chemische Reaktion indem der sogenannte Seifenleim sehr heiß wird. In dieser sehr heißen Phase verbindet sich die Lauge mit dem Fett. Durch diese Wärmeentwicklung wird ein vaselineartiges Stadium erreicht. Die Seife wird von innen heraus heiß, dunkel und ganz leicht flüssig. Die Seife wird dadurch schneller fest (Verdampfung der überschüssigen Wassermenge) und weniger schmierig. Im Heißverfahren geschieht der Verseifungsprozess im Topf, im Kaltverfahren in der Seifenform. Wie schon kurz zuvor erwähnt, sollten bei einer Milch-, Salz und Honigseifen die Gelphase nicht eingeleitet werden.



Die empfohlene Reifezeit


Wie guter Wein braucht auch die Seife eine Reifezeit. Je nach Rezept und persönlicher Vorliebe des Seifensieders variiert die Ruhezeit. Seifen im Kaltverfahren brauchen in der Regel 6 – 12 Wochen, weil der Verseifungsprozess in der Ruhezeit stattfindet. Bei Seifen im Heißverfahren wurde die Gelphase, also der Verseifungsprozess, bereits während des Siedevorgangs eingeleitet, daher braucht diese Art der Seifenherstellung nur noch 4 – 6 Wochen Reifezeit.


"Je länger Seifen reifen, desto hautfreundlicher und milder sind sie zur Haut."

Für die besonders weiche und zarte Babyhaut muss eine Babyseife mindestens 3 – 4 Monate lagern, damit die Seife einen optimalen und sehr milden Pflegefaktor erreicht. Reine Olivenölseifen erreichen oft ihre hohe Qualität erst nach einer Reifezeit von 12 Monaten. Die titali Med-Seifen reifen mindestens 12 Wochen.



Der chemische Part an der Seife


Fette und Öle bestehen chemisch gesehen aus Fettsäuren und Glycerin. Dabei hängen sich an ein Glycerinmolekül drei Fettsäuremoleküle an. Deshalb spricht man auch von Triglyceride. Beim Verseifen werden diese Fettmoleküle aufgespalten. Die drei Fettsäuremoleküle verbinden sich durch diesen chemischen Vorgang mit Laugenmolekülen und bilden so ein „Salz“ aus Säure und Base, das Seifenmolekül. Das Glycerin bleibt übrig. Wie bereits erwähnt, wäscht dann die Seifenindustrie dieses Glycerin heraus und verwendet es anderweitig. In den selbst hergestellten Naturseifen bleibt das Glycerin in der Seife und kann so seine pflegende Eigenschaft entfalten. Das ist mitunter auch ein Grund warum selbstgesiedete Naturseifen viel sanfter, weicher und milder zur Haut sind.



Die wertvolle Überfettung in Naturseifen


Der Vorteil von pflanzlichen Naturseifen ist, das sie einerseits wissen welche Inhaltstoffe drinnen sind und andererseits die Seife überfettet ist. Eine Überfettung heißt, das eine bestimmte Menge an eingesetzten Pflanzenölen und -fetten nicht verseift wurde. In Pflanzenölen gibt es Fettbegleitstoffe (freie Fettsäuren) die nicht verseift werden können (= Unverseifbarer Anteil). Das sind prozentual anteilige Bestandteile, die beim Verseifen übrig bleiben. Die Überfettung zeigt an, welche Seifen für welchen Hauttyp geeignet sind.


Avocadoöl und Sheabutter haben zum Beispiel einen sehr hohen Anteil an Unverseifbaren. Hier finden sich auch viele fettlösliche Vitamine darin. Dieser unverseifbare Anteil verbleibt nach dem Waschen in Form eines ganz leichten Schutzfilm auf der Haut. Dieser ist so fein, dass man ihn nicht bewusst wahrnimmt und spürt. Er ersetzt den abgewaschene Hydro-Lipid-Film (Wasser-Fett-Film) bis er sich wieder auf normale Weise gebildet hat. Der Feuchtigkeitshaushalt wird positiv reguliert, die Haut wird geschmeidig weich und schützt so vor dem austrocknen.


Mehr zum Thema Hydro-Lipid-Film können Sie im Beitrag "Die richtige Reinigung und Pflege". Und welche Naturseifen zu welchem Hauttyp passen, können Sie in den Beiträgen "Echte Naturseifen als perfekte Allrounder" und "Welche titali Seife für welchen Hauttyp" weiterlesen.



Der pH-Wert von Seifen


Naturseifen haben grundsätzlich einen basischen (alkalischen) pH-Wert von 8 – max. 9,5. Je länger eine Seife reift, desto pH-neutraler wird diese. Basische Reinigungsprodukte und Körperpflege tragen dazu bei, die übersäuerte Haut zu neutralisieren. Sie beruhigen die Haut, reinigen sanft, machen die Haut geschmeidig und weich, wirken ausgleichend und belebend. Jedoch durch unsere Lebensweise und Ernährung wird unsere Hautmilieu schnell wieder sauer. Stress beispielsweise übersäuert unseren gesamten Organismus enorm schnell.




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